Totmannschalter
Ein Totmannschalter ist ein Mechanismus, der automatisch eine Aktion auslöst, sobald ein Mensch nicht mehr reagiert. Als digitaler Totmannschalter für Privatpersonen meint der Begriff eine App, die deine Vertrauenspersonen alarmiert, wenn du dich nicht regelmäßig zurückmeldest — ein Sicherheitsnetz für Menschen, die allein leben.
Ursprünglich kommt der Begriff aus der Technik: Lässt der Lokführer den Hebel los, hält der Zug an. Übertragen auf das Alleinleben heißt das — solange du regelmäßig ein Lebenszeichen gibst, passiert nichts. Bleibt dein Check-in aus, wird automatisch Hilfe in Gang gesetzt. Der ganze Mechanismus ist ausführlich erklärt im Totmannschalter-Artikel.
Wichtig ist die Abgrenzung: Wenn von „Totmannschalter“ im industriellen Alleinarbeiterschutz die Rede ist — etwa DGUV-konforme Personen-Notsignal-Anlagen oder B2B-Lösungen wie CALIMA für Beschäftigte, die allein arbeiten —, geht es um Arbeitsschutz mit eigenen gesetzlichen Anforderungen. Das ist nicht das Thema hier. Still OK ist ein persönliches Sicherheitsnetz für den Alltag, kein Arbeitsschutz-System.
Bei Still OK
Still OK setzt das Prinzip menschlich um: Du meldest dich regelmäßig mit einem Tipp zurück. Bleibt der Check-in aus, werden deine selbstgewählten Notfallkontakte benachrichtigt — per E-Mail, WhatsApp und SMS, auf Wunsch mit deinem letzten Standort. Kein Tracking, keine Überwachung zwischen den Check-ins. Es geht nicht darum, hilflos zu sein, sondern darum, ein Sicherheitsnetz zu haben.
Jonas, 29, lebt allein in einer Dachgeschosswohnung in Leipzig. Den Begriff „Totmannschalter“ findet er hart — die Idee dahinter beruhigt ihn trotzdem: Solange er sich jeden Abend bis 22 Uhr meldet, merkt niemand etwas. Erst wenn er es einmal nicht tut, bekommt sein Bruder eine Nachricht.